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FELUWA erhält Forschungsauftrag von der europäischen Union

In diesem Projekt wird eine energieneutrale Klärschlammverwertungsanlage entwickelt, die mittels superkritischen Wassers Teile des Klärschlamms in Gas umwandelt. Dieses Gas wird wiederum genutzt, um den Umwandlungsprozess mit Energie zu versorgen.

Während in den ca. 25.000 größeren Kläranlagen der 27 EU-Staaten bislang nur ca. 25 – 40 % der im Klärschlamm enthaltenen Energie zurückgewonnen werden können, rechnet man bei diesem Projekt mit einer Rückgewinnung von 100 % (energieneutral). Der Umwandlungsprozess ist zudem CO2-neutral.

Die Technologie beruht auf dem hervorragenden Oxidationsverhalten von superkritischem Wasser gegenüber Biomasse. Als superkritisches Wasser wird ein Zustand des Wassers bei einer Temperatur von ca. 600 °C und einem Druck von 300 bar bezeichnet. Die Bestandteile des superkritischen Wassers, insbesondere die kohlenstoffhaltigen Substanzen, verbrennen zu CO2, CO, CH4 und H2. Dieser exotherme Vorgang liefert ausreichend Energie zur Versorgung der gesamten Kläranlage.

Etwa 99,9 % der Bioenergie im Klärschlamm wird in verwertbare Gase umgewandelt. Ca. 20 % davon werden für die Kläranlage selbst genutzt, der Rest steht anderen Anwendungen zur Verfügung.
Für dieses Verfahren wird primärer und sekundärer Klärschlamm verwendet, was anaerobe Faulprozesse, Wasserentzug und Schlammtrocknung überflüssig macht.
 
Die Aufgabe von FELUWA in diesem Projekt besteht im Wesentlichen darin, den Klärschlamm in den Reaktor zu fördern. Da der Oxidationsprozess mit kritischem Wasser erfolgt, muss der Druck mindestens 300 bar betragen. Dementsprechend ist ein geeignetes Pumpsystem zu entwickeln, das neben dem hohen Druck auch die spezielle Konsistenz des Klärschlamms abdeckt. Die Zusammensetzung des Klärschlamms, insbesondere Konzentration und Viskosität, sind Teil der Untersuchungen im Gesamtprojekt. Dabei geht es einerseits um die Pumpfähigkeit des Klärschlamms, andererseits um dessen Verhalten innerhalb des SCAR-Reaktors. Die Pumpe muss so angepasst oder entwickelt werden, dass sie diese sehr unterschiedlichen Medien pumpen kann. Das Pumpsystem wird im Labormaßstab getestet. Anschließend erfolgen die Auslegung und das Design des Pumpsystems für den industriellen Maßstab. 

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